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Die gute Seele der Golfanlage – Interview mit Eva Zimmermann

22 Nov 2018

Eva Zimmermann ist die Leiterin des Sekretariats der Ullersdorfer Golfanlage und Herz und Seele des laufenden Betriebs. 

Da gibt es allerhand zu tun – uns erzählt sie, wie sie nach Ullersdorf gekommen ist und welche täglichen Aufgaben sie bewältigt und was sie besonders bei uns schätzt.

Seit wann sind Sie auf der Ullersdorfer Golfanlage?

Ich habe im März 2013 auf der Golfanlage angefangen.

Wie sind Sie zur Ullersdorfer Golfanlage gekommen, was haben Sie vorher gemacht?

Ich bin gelernte Lebensmittelfachverkäuferin und habe unmittelbar nach meinem Lehrabschluss am Flughafen Dresden im Verkauf angefangen. In den nächsten 10 Jahren habe ich dort in den unterschiedlichsten Bereichen gearbeitet. Vom Verkauf über Service im Restaurant bis hin zur Unterstützung der Geschäftsleitung. Später hat es mich nach München verschlagen, wo ich im administrativen Bereich der Gastronomie gearbeitet und einen Abschluss als Systemgastronom gemacht habe sowie ein Konferenzzentrum aufgebaut und geleitet habe. Aus einem familiären Anlass bin ich wieder nach Dresden zurückgekommen. Ein Jahr später wurde ich aus gesundheitlichen Gründen gezwungen mein Berufsfeld zu wechseln. Da blieb nur eine Umschulung zur Bürokauffrau übrig. Mit diesem Abschluss habe ich eine Tätigkeit in einem Konstruktionsbüro als Sekretärin begonnen und war letztlich sehr unglücklich mit dieser Arbeit. Ich brauche Menschen, Trubel und Abwechslung im Arbeitsalltag und kein Schreibtisch, welcher mich nicht loslässt. Unmittelbar nach dieser Erfahrung, hat es mich an die Golfanlage verschlagen und hier habe ich beruflich gesehen fast alles beisammen.

Welche Aufgaben gehören zu Ihrem Tätigkeitsbereich?

Neben dem ganz normalen Tagesgeschäft wie Postbearbeitung, Telefonate führen, Startzeiten reservieren, sind wir Ansprechpartner für jeden der etwas auf dem Herzen hat. Alles was die Turnierarbeit von Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung betrifft, geht durch unser aller Hände. Die anderen Bereiche haben wir unter uns Mädels und Herrn Neumann aufgeteilt. So ist Frau Damm die Rechte Hand von Herrn Neumann, kümmert sich um die Buchhaltung und Rechnungslegung sowie Bestellungen. Frau Braito hat die Caddy-Boxverwaltung sowie die Organisation von Platzreife- und Schnupperkursen in ihren Händen. Mir obliegt ein Augenmerk auf den Newsletter, die Geburtstagswünsche, die Ausschreibungen und teilweise Bestellungen. Ist einer von uns nicht da, übernehmen die anderen die Vertretung.

Wie sieht ein ganz normaler Arbeitstag bei Ihnen aus?

Ups, den kann man so gar nicht beschreiben. In der Saison sind die Eckpunkte Post- und Mailingbearbeitung, Durchführung von anstehenden Kursen, die Verwaltung der Startzeiten, Verkauf im Shop, Empfang und Einweisung von Greenfee-Gästen und die Kommunikation mit den Mitgliedern vor Ort. Jeder hat etwas auf dem Herzen. Alles weitere wie Bestellungen auslösen, Rechnung schreiben, Newsletter verfassen, Verträge erstellen, Turniere vorbereiten, Meldelisten im System hinterlegen, Startlisten erstellen, Scorekarten drucken… läuft nebenher.

Zudem steht das Telefon nie still. In der Regel sind wir zu zweit und geben uns gegenseitig Rückendeckung und die nötige Ruhe, welche gerade von einem benötigt wird.

Was erfreut Sie besonders an Ihrer Arbeit oder an der Golfanlage?

Das besondere an der Arbeit sind zum einen die Menschen in ihrer Unterschiedlichkeit, welche ich im Laufe der letzten Jahre kennen- und schätzen lernen durfte. Oftmals ist es ein Lächeln oder ein liebes Dankeswort, was mir/uns zeigt, dass wir unsere Arbeit richtig machen. Ja, es kommt vor, dass einer einen schlechten Tag hat und uns „vollbrummt“ – aus welchem Grund auch immer. Und ja, meistens hat er „ausgebrummt“, wenn er auf Runde war oder einfach nur ein Schwatz mit uns gehalten hat. Für uns ist auch nicht jeder Tag der gleiche und sicher gehören wir auch hin und wieder zur Gruppe der „Brummbären“, weil der Kopf voll ist. Kein Tag ist wie der andere und jeder ist eine neue Herausforderung.

Zum anderen ist es das Zusammenwirken aller auf der Golfanlage. Wir vier im Büro ergänzen uns mit unseren Stärken und Schwächen und können auch über uns lachen. Das ist für mich persönlich viel Wert. Die Greenkeeper stehen zur Stelle, wenn wir Frauen ein technisches Problem haben und Herr Neumann bzw. unser Hausmeister Herr Busch nicht da sind. Zudem sorgen unsere zwei Putzmäuse Martina und Jana, tagtäglich dafür, dass nicht nur unsere Kaffeeecke glänzt, sondern auch der Rest im Haus sauber ist.

Nicht jeder Tag stellt mich zufrieden. Es kommt vor, dass wir an unsere Grenzen stoßen. Gerade weil das Spektrum an Aufgaben in den unterschiedlichen Themengebieten so umfangreich ist. Wir müssen in kürzesten Zeitfenstern von einem Thema in das andere denken und alles bedarf eine korrekte und schnelle Ausführung. Gerade während der Turniersaison ist die Belastung sehr hoch und jeder Tag benötigt eine hohe Konzentration. Manches bleibt auf der Strecke oder gerät einfach in Vergessenheit, weil die Notiz weg ist.

Was machen Sie im Winter, wenn kein Golfbetrieb ist?

Wir arbeiten auf, was in der Saison liegen geblieben ist. Die Ordner mit Listen werden sortiert und geleert, Schränke und Ecken ausgemistet. Mit der Vorbereitung der neuen Saison beginnen wir teilweise schon im August/September. Wir befassen uns mit den neuen Kollektionen unserer Lieferanten und lösen die Bestellungen von Bekleidung und Schuhen für die kommende Saison aus. Kündigungen werden bearbeitet und neue Mitgliedsverträge geschrieben. Listen für Abläufe und Informationen gleichen wir aufs Jahr an, Schlüssel für Boxen und Schränke kontrolliert und neu vergeben. Die Jahresabrechnung der Mitgliedsbeiträge, die Turniervorbereitung von Ausschreibung und Meldeliste erstellen, bis zur Anlage im System vom DGV sowie die Koordination der Schnupper- und Platzreifekurse nehmen den größten Teil der Zeit ein. Ganz nebenbei genießen wir die Ruhe im Büro und bauen unsere Überstunden ab.

Wie blicken Sie auf die vergangene Saison zurück? Gab es für Sie besondere Highlights, an die Sie sich noch lange erinnern werden?

Mein besonderes Highlight ist das Golfen an sich gewesen. Leider ist meine Zeit immer sehr eingeschränkt. Aber ich habe es dieses Jahr 3x zum Golf spielen geschafft und dadurch den Platz mit seiner ganzen Schönheit kennengelernt. Auch wenn ihm die Hitze so sehr in Mitleidenschaft gezogen hatte.

Haben Sie noch etwas was Sie an die Spieler richten möchten oder was Sie gerne los werden möchten?

Ich empfinde das Miteinander zwischen den Mitgliedern und uns im Büro als sehr angenehm und herzlich. Ich fühle mich hier sehr wohl.

Mein Anliegen an die Mitglieder ist nach wie vor die Bestätigung und Einhaltung der Startzeit. Viele kommen rein, melden sich mit einem kurzen Hallo oder einen Winker durchs Fenster. Das reicht uns schon als Anmeldung.

Das schwierige für uns ist, keine Startzeitbestätigung bzw. das Nicht-abwarten der Startzeit und schon 5 min. eher gehen. Wir sehen nicht, wer wann auf Runde geht und sind auf ihre Hilfe angewiesen. Manche kommen gar nicht rein und gehen ganz ohne Absprache auf den Platz. Dann ist unsere Mühe völlig umsonst, weil alles durcheinanderkommt. Andere buchen Spieler nur, um Platz und Spielzeiten frei zu halten. Dann sind Startzeiten geblockt, werden nicht genutzt, weitere Spielwillige müssen warten oder ganz aufs Spiel verzichten. Mitunter kommen sie verärgert ins Büro und fragen, warum ein Start nicht möglich ist – Tee 1 ist doch frei … Es wäre schön, wenn der Rest der Mitglieder ein bisschen Verständnis für unser ständiges Bitten, um die Einhaltung und Bestätigung der Startzeit aufbringen kann.

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