Golfplatz

Hannes Ettstaller, neuer Pro in Ullersdorf

28 Mai 2019

Wie sind Sie denn zum Golfen gekommen?

Ich begann meine Laufbahn zum Golfpro im Greenkeeping. Dort konnte ich einen Golfplatz in den verschiedensten Facetten kennen lernen. Eine davon hat mich jedoch mehr fasziniert als alle anderen zusammen. Das Golfspiel an sich. So begann ich nach vollendeter Arbeit, manchmal auch mitten drin, das Golfspiel zu erlernen und zu lieben.

Wie wurden Sie zum Pro im Golfclub Ullersdorf?

Nach meiner Ausbildung im GC&C Fleesensee habe ich mich nach einer Stelle als Golflehrer umgesehen. Als ich erfahren habe, dass Herr Villwock nach Hamburg wechselte, habe ich kurzerhand eine Initiativ-Bewerbung an Herrn Lindner geschickt, der mich darauf nach Ullersdorf eingeladen hat. Das erste Treffen auf der Anlage fand im Schnee statt und nach einem kurzen Gespräch im Clubhaus waren wir uns sicher, das würde passen.

Wie kann man sich einen typischen Arbeitsalltag bei Ihnen vorstellen?

Der Beruf Golflehrer ist sehr vielseitig. Einen geregelten Arbeitsablauf hat man selten. Zusammenfassend kann man aber sagen, dass ich den ganzen Tag versuche, Menschen in allen Dingen rund um den Golfsport weiterzuhelfen.

Was war Ihr schönstes Golferlebnis? Gibt es vielleicht eine Anekdote aus Ihrem Joballtag, die Sie nicht vergessen?

Da gibt es natürlich viele. Am meisten ist mir allerdings ein Hole-in-One im Kopf geblieben, das ein Mitspieler erzielte, nachdem er seinen Ball gegen eine Palme schlug, der von dieser abprallte und direkt im Loch landete.

Was ist die größte Hürde, die ein Anfänger nehmen muss?

Ich denke, wenn jemand das Golfspielen beginnt, hat er die größte Hürde schon genommen. Die Welt um uns herum ist schnelllebiger geworden und treibt uns zum Schaffen, jüngst auch in den neuen Golfregeln zu beobachten.
Wenn sich jemand dennoch die Zeit nimmt, sich einem doch sehr zeitintensiven Sport wie Golf zu widmen, dann habe ich als Lehrer die Aufgabe, dass dies möglichst schnell gelingt und die Freude daran erhalten bleibt. Lernen ist ein Prozess und sollte auch so verstanden werden. Eine Hürde, der man nur mit einem Lächeln auf dem Gesicht begegnen sollte.

Ist Golf ein Sport, den jeder lernen kann?

Definitiv ja. Ich habe schon Menschen gesehen, die mit sehr viel mehr „Handicap“ als das auf ihrer Scorekarte Lust zum Golfspielen entwickelt haben. Wenn man verfolgt, dass Golfspieler mit Rollstuhl oder nur einem Arm Par-Runden erzielen, dann bin ich schon sehr beeindruckt, was der Wille bewirken kann. Wenn man sich ernsthaft entschließt, das Golfspiel erlernen zu wollen, denke ich, steht dem nichts im Wege.

Ist Golf ein Sport, bei dem  der Gestresste zur Ruhe kommt?
Oder ist es nicht eher umgekehrt?

Eine Fangfrage. Also ich müsste lügen, wenn ich behaupten würde, dass mich das Golfspiel nicht auch ab und an stresst … gelegentlich auch öfter. Aber es ist die Einstellung zu Rückschlägen. Ich versuche mich dann immer wieder daran zu erinnern, mit was ich mich hier beschäftigen darf! Jeder hat schon mal erlebt, dass einfach nichts funktionieren will. Trotzdem genießt man den „Spaziergang“ in der freien Natur. Und dann kam dieser eine Schlag. Der Schlag der uns daran erinnert warum, wir eigentlich spielen, oder?!

Was macht Ihnen als Golflehrer  am meisten Freude?

Zu sehen, wie verschiedenste Menschen an sich arbeiten wollen, dies mit Volldampf vorantreiben und ich Ihnen dabei helfen darf. Wenn sich dann erste Erfolge einstellen, ist die Begeisterung, die ich dabei erleben darf, Motivation pur. Ansonsten wären dann noch so ganz banale Sachen, wie zum Beispiel Golfreisen, zu den schönsten Plätzen unserer Erde, die aber nur eine ganz Untergeordnete Bedeutung haben, wie Sie mir sicher glauben werden smile

Was ist Ihr Ziel, wenn Sie auf den Platz gehen?

Natürlich versuche ich auch zu scoren. Aber mittlerweile finde ich es viel wichtiger, was ich auf der Range trainiere, auch auf dem Platz umzusetzen. Denn erst, wenn man diesen Schritt geht, lohnt sich Training überhaupt.

Wie halten Sie sich neben dem Golfspielen fit? Gibt es bestimmte Übungen für Golfer?

Ich finde ganz unabhängig vom Golf, sollte jeder Mensch seinen eigenen individuellen Gesundheitsfaktor ausloten. Denn nur, wenn der Körper gesund ist, hat man auch einen freien Kopf, den man ja beim Spiel unbedingt benötigt. Grundsätzlich aber finde ich es wichtig, einen ausgeglichenen Körper zu fördern. Denn man will es kaum glauben, aber der Golfschwung trainiert den Körper nur einseitig. Das bedeutet, bestimmte Muskelgruppen werden stärker beansprucht als andere. So benötigt jeder Muskel auch immer einen anderen Muskel als „Gegenspieler“. Wenn Sie also nach der Runde Rückenschmerzen haben, kann eine mögliche Ursache dafür ein zu gering trainierter Bauchmuskel sein.

Welche Marschverpflegung empfehlen Sie für eine Runde?

Auf jeden Fall viel Wasser. Man möchte kaum glauben, was der Körper an einem warmen Tag auf 18 Löcher an Flüssigkeit verliert. Ich habe gerne ein paar Früchte, z.B. Bananen, Äpfel oder Nüsse dabei. Auch halte ich viel von Sandwiches auf der Runde. Ich bin allerdings vorsichtig, was Zucker anbelangt. Den setze ich erst immer ab Loch 14 oder 15 ein und ab dann auch immer wieder bis zum 18ten Loch. Denn er treibt unseren Körper kurzfristig zu Höchstleistung an, und man fällt danach unweigerlich in ein Leistungstief. Logische Konsequenz ist, dass sich das Golfspiel in dieser Zeit verschlechtert.

Was ist das Besondere für Sie am Golfclub Dresden Ullersdorf?

Ich finde die Menschen hier sehr angenehm. Ich wurde hier sehr nett aufgenommen und eingearbeitet. Auch gefällt mir die Anlage als Ganzes sehr gut. Wir haben hier ein schönes Fleckchen Erde erwischt, das aus meiner Sicht hervorragend vom Greenkeeping-Team gepflegt wird. Ich bin froh hier „arbeiten“ zu dürfen und hoffe, das Team auf der Anlage zu bereichern zu können.

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